Ist Kaffee gesund oder doch nicht? – Viel Widersprüchliches und nichts Endgültiges

FoschungsTickerViele erinnern sich noch. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hatte vor einiger Zeit Wurst als potentiell Krebs erregend eingestuft. Genau diese Agentur hat sich jetzt den Kaffee vorgenommen und bezüglich potentieller Gesundheitsrisiken weitgehend Entwarnung gegeben. Die Durchsicht vieler Studien ergab bezüglich des potentiellen Krebsrisikos keine eindeutigen Ergebnisse. Es konnte weder der Schluss gezogen werden, dass Kaffee für bestimmte Krebsarten förderlich ist, noch konnte das Risiko definitv ausgeschlossen werden. Nur wer Kaffee, wie auch andere Heißgetränke, zu heiß trinkt, könnte damit das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen. Ob mit dem Verzehr von Kaffee nun gesundheitliche Risiken verbunden sind oder auch nicht, kann momentan keiner so genau sagen. Das gleiche gilt die die Vermutung, dass Kaffee gesundheitlich von Nutzen sei. Warum gibt es bei Kaffee ähnlich wie bei anderen Lebensmitteln selten klare Beweise für Nutzen oder Risiko. Das liegt an der Art der Datenerhebung. In der Regel stammen die Daten aus beobachtenden epidemiologischen Studien. In solchen Studien wird beispielsweise gezeigt, dass der Konsum von Kaffee mit einem Blutdruckanstieg bei Hypertonikern korreliert oder auch nicht. Jedoch ist diese gefundene Korrelation noch lange kein Beweis dafür, dass der Kaffee auch die Ursache für das gefundene Phänomen ist. Die Ursache kann eine ganz andere sein, die in der entsprechenden Studie nicht untersucht wurde. Nun sind die epidemiologischen Studien natürlich nicht wertlos. Sie liefern zwar keine Beweise für eine Ursächlichkeit, können aber Hinweise geben, die dann in gezielten Studien weiter untersucht werden (sollten).

Fazit: Mit dem Kaffee ist es ähnlich wie mit dem Wein. Es gibt widersprüchliche Studienergebnisse zu Nutzen und Risiko. Also bleibt im Moment nur die Empfehlung, beides moderat zu genießen.

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