Ja, sauber soll es sein – nein, steril muss es nicht sein

FoschungsTickerSo langsam verstehen wir die Zusammenhänge, welche potentiellen Folgen der übertriebene Einsatz von Desinfektionsmitteln und entsprechenden Reinigern in unserem privaten Umfeld hat. So wichtig und nutzbringend diese Mittel in Klinik, Arztpraxen und Pflegeeinrichtung sind, so unnützt und sogar schädlich können sie im privaten Umfeld sein. Wieso das? Die Antwort liegt in unserer Darmflora und unseren Immunsystem. Aktuelle Forschungen zeigen, dass solche Mittel die Zusammensetzung unserer Darmflora beeinflussen können und für die Selektion resistenter Bakterien verantwortlich sind. Können direkt Krankheiten verursachen und sind dann häufig mit gängigen Antibiotika nicht mehr behandelbar. Im Falle der Darmflora ist der Zusammenhang komplexer. Die natürliche Darmflora hat vielfältige Aufgaben. So ist sie auch für das Funktionieren unseres Immunsystems mit zuständig. Geht es der Darmflora gut, geht es dem Immunsystem auch gut. Ist die Darmflora gestört, geht es dem Immunsystem schlecht. Hier kommen Desinfektionsmittel gleich dreifach ins Spiel. Zum einen werden solche Mittel über die Haut und Schleimhäute aufgenommen. Sie können also direkt die Darmflora schädigen. Zum anderen nimmt eine mit Desinfektionsmitteln erzeugt keimfreie Umgebung dem Immunsystem die bakteriellen „Sparringspartner“ die es braucht, um immer auf dem neusten Stand zu sein. Und last but not least erzeugt es resistente Bakterien, die dann weder durch Antibiotika noch durch das Immunsystem zu bekämpfen ist.
Fazit: Im Privathaushalt sollte unsere Umgebung sauber sein. Das heißt aber nicht steril, also frei von Bakterien. Eine durch Desinfektionsmittel erzeugte sterile Umgebung kann sich negativ auf die Darmflora und das Immunsystem auswirken.

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