Was sagt die Wissenschaft zu Chondroprotektiva (Gelenkschutzstoffen)?

FoschungsTicker

In Deutschland leiden etwa 5 Millionen Menschen an Gelenkbeschwerden, die als Arthrose diagnostiziert werden können.  Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die sich durch schmerzhaften Verschleiß des Gelenkknorpels auszeichnet. Sie ist mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln nicht heilbar. Die sehr häufig eingesetzten Rheumamittel können Schmerz und Entzündung gut lindern. Den Verlauf der Erkrankung können sie allerdings nicht beeinflussen.  Große Hoffnung setzen viele Betroffene mit Arthrose auf die Chondroprotektiva, die auch den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen sollen. Eine soeben publizierte wissenschaftliche Studie nimmt die Chondroprotektiva Glucosamin und Chondroitin genauer unter die Lupe. Die belgischen Studienautoren beurteilen beide Natursubstanzen bei Arthrose überwiegend positiv.

Im Detail werden die wissenschaftliche Beweislage zur Wirkweise, Verträglichkeit und klinischen Wirksamkeit der beiden sehr häufig oral angewandten Chondroprotektiva einer sehr genauen Analyse unterzogen. Auf zellulärer Ebene geht die Wirkung von Glucosamin und Chondroitin weit über das reine zur Verfügung stellen von Baustoffen für den geschädigten Knorpel hinaus. So das Ergebnis aktueller in vitro Studien. Für beide Substanzen steht wohl die entzündungshemmende Wirkung im Mittelpunkt. Aber auch Effekte, die den Abbau von Knorpelzellen hemmen, also antikatabole Effekte, sind beschrieben. Nach derzeitigem Kenntnisstand können wir davon ausgehen, dass die beiden Chondroprotektiva tief in die zelluläre Signaltransduktion eingreifen und somit Einfluss auf die gesamte Zellregulation von Knorpelzellen haben. Auch die Kombination aus beiden Substanzen zeigt wie die Einzelsubstanzen in vitro antientzündliche und antikatabole Effekte. Einige der experimentellen Studien deuten darauf hin, dass die beiden Substanzen zusammen wirksamer sind als die Einzelsubstanzen. Entscheidend für die Anwendung von Glucosamin und Chondroitin ist ihre Wirkweise im Gelenk.  Aktuelle Forschungen belegen, dass die beiden Chondroprotektiva das Krankheitsgeschehen im Gelenkknorpel, dem angrenzenden Knochen und der das Gelenk umgebenen Gelenkmembran regulatorisch positiv beeinflussen. So zeigt eine Reihe von klinischen Studien, wie die beiden Chondroprotektiva Betroffenen mit Gelenkverschleiß oder Arthrose helfen können. Sie lindern die Symptome wie Schmerz, Entzündung und Bewegungseinschränkung und können gleichzeitig das Fortschreiten des Gelenkverschleißes bremsen, vielleicht sogar stoppen. Allerdings, auch das sagen die Studien. Die beiden Natursubstanzen Glucosamin und Chondroitin sind weder Schmerzmittel noch Antirheumatika. Sie brauchen, um wirken zu können, Zeit und die richtige Dosierung. Dafür überzeugen sie den Anwender dann auch mit ihrer sehr guten Verträglichkeit.  Nach den vorliegenden Studienergebnissen kann von einem Wirkungseintritt nach wenigen Wochen Einnahme ausgegangen werden. Bis zum Eintritt der maximalen Wirksamkeit können einige Monate vergehen, da die natürlichen Substanzen den geschundenen Gelenkknorpel zunächst stabilisieren müssen. Das braucht Zeit und den konsequenten Verzehr der beiden Gelenkschutzstoffe in richtiger Dosierung und Form. Der Einsatz von Glucosamin beim Menschen erfolgt in Form von Glucosaminhydrochlorid oder Glucosaminsulfat.  Für beide Glucosaminsalze beträgt die in Studien belegte optimale Tagesdosis 1500mg. Chondroitin wird als Chondroitinsulfat angewandt. Die meisten Studien belegen Wirksamkeit von 800mg täglich. Einige wenige zeigen auch bei 1200mg täglich Wirksamkeit. Wirksamkeitsbelege für geringe Tagesdosen sind nicht bekannt. Sollen Glucosamin und Chondroitin in einer Tablette verabreicht werden, so ist es sinnvoll, z.B. auf Tagesdosen von 1500mg Glucosaminhydrochlorid plus 800mg Chondroitinsulfat abzuzielen. Zusätzlich ist es nicht nur aus Gründen der Tablettengröße anzuraten, der Tagesdosis der Gelenkschutzstoffe auf mehrere kleine, leicht zu schluckende Tabletten zu verteilen. Die Einnahme der Tabletten über den Tag gewährleistet eine gleichmäßigere Versorgung des Gelenkes mit den Gelenkschutzstoffen. Beispielsweise enthält eine Tablette ArtVitum 375mg Glucosaminhydrochlorid plus 200mg Chondroitinsulfat. Bei Verzehr von morgens und abends je 2 Tabletten wird die wissenschaftlich dokumentierte Tagesdosis von 1500mg und 800mg erreicht. Entsprechend der guten wissenschaftlichen Dokumentation haben Glucosamin und Chondroitin auch Eingang in Empfehlungen renommierter Fachgesellschaften gefunden, wie der europäischen Rheumagesellschaft EULAR und der internationalen Arthrose Forschungsgemeinschaft (OARSI).
Quelle: Henrotin Y, Lambert C. Curr Rheumatol Rep. 2013 Oct;15(10):361. doi: 10.1007/s11926-013-0361-z.

Dieser Beitrag wurde unter Gelenke, Gesundheit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.